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Freie Fahrt für die Verkehrswende am Ostkreuz

Bau eines veralteten und nicht mehr gesetzeskonformen Radwegestummels in der Karlshorster Straße (am Ostkreuz). Sicherung des Radverkehrs? – Fehlanzeige!
Foto: E. Gauterin

Das Ostkreuz ist ein Sinnbild für die Blockade der Berliner Mobilitätswende durch ideen- und mutlose Bezirksämter. Während Bund und Land für die Berliner*innen über 400 Mio. Euro in den Umbau des leistungsstärksten Knotenpunktens des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) investieren, richtet sich eine unentschlossene und planlose Bezirkspolitik gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung:

  • Radfahrer*innen und Fußgänger*innen:
    Es fehlen in vielen Bezirken schlüssige Konzepte für durchgängige und sichere Rad- und Fußwege – auch und gerade an großen ÖPNV-Knotenpunkten. Stattdessen wird vielerorts lieber ein Flickenteppich nicht aufeinander abgestimmter Einzelmaßnahmen durch die Bezirke errichtet, wie der nun begonnene Bau des nicht mehr gesetzeskonformen Radweg-”Stummels” an der Karlshorster Straße zeigt.
  • ÖPNV-Nutzer*innen:
    Berlin hat ein im Bundesvergleich gut ausgebautes, an manchen Orten sogar vorbildliches ÖPNV-Netz. Doch oftmals ist die Anbindung an die umliegenden Wohnquartiere zum Teil “unterirdisch”, wenn z.B. die Zugänge zu Bahnhöfen durch kaum überwindbare Hauptstraßen, wie die Karlshorster Straße oder Marktstraße am Lichtenberger Ostkreuz blockiert sind.
  • Anwohner*innen:
    Fast alle Berliner Bezirksämtern ducken sich weg, wenn sie den Kfz-Durchgangsverkehrs aus Wohnquartieren ausschließen könnten. Dabei liegen diese Straßen wie im Weitlingkiez, der Rummelsburger Bucht oder im Kaskelkiez ausschließlich in der Bezirksverantwortung.
  • Steuerzahler*innen:
    Oftmals werden überteuerte und völlig veraltete oder sogar nicht mehr gesetzeskonforme Straßen-Baumaßnahmen umgesetzt. So verschlingt der nun begonnene Bau des gerade einmal 100m langen Radwegstummels auf der Karlshorster Straße ca. € 360.000,-, während temporäre Maßnahmen, wie Pop-Up-Bikelanes deutlich günstiger und schneller umzusetzen sind. Zudem bieten rechtskonforme PopUp-Maßnahmen den großen Vorteil, vor einem dauerhaften Umbau noch einfach und günstig Anpassungen vornehmen zu können, wie es der Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg nun schon seit über einem Jahr erfolgreich vormacht.
  • Klimaschutz:
    Viele Bezirksämter verpassen es, ihren eigenen Klimaschutzzielen auch wirksame Taten folgen zu lassen. So wird z.B. die Attraktivität bestehender Fuß- und Radwege sowie ÖPNV-Angebote nicht konsequent gesteigert, was den Umstieg auf den Umweltverbund deutlich erschwert. Stattdessen wird z.B. über die Beleuchtung von Fußwegen langwierig verhandelt, wie der seit Jahren geplante, aber immer noch nicht eröffnete Lichtenberger Ostkreuzzugang schildbürgerhaft darlegt.
  • Gesundheit:
    Am Ostkreuz werden seit Jahren Luftschadstoff- und Schallgrenzwerte dauerhaft durch den Kfz-Verkehr überschritten, wie Messungen des Berliner Senates und der Deutschen Umwelthilfe belegen. Und selbst in Zeiten einer Pandemie, in der Lungenerkrankungen existentielle Fragen an die Gesellschaft stellen, geben sich zahlreiche Bezirke größte Mühe Staus und Autolärm unverändert aufrechtzuerhalten.

Daher fordern wir ein entschlossenes Handeln zugunsten einer freien Fahrt für die Verkehrswende – nicht nur am Ostkreuz, sondern in der allen Bezirken der  Stadt.

  • Dazu zählt die rasche und konsequente Umwidmung der Wohnquartiere in Voranggebiete des Fuß- und Radverkehrs. So kann oftmals durch das Aufstellen weniger Baubarken der Kfz-Durchgangsverkehr effektiv auf die dafür vorgesehenen Hauptstraßen verlagert werden, wie es am Lichtenberger Ostkreuz z.B. in der Stadthausstraße innerhalb eines Tages möglich und während des nun begonnen Radwegbaus auf der Karlshorster Straße mit der unzureichenden Kfz-Verkehrsverlagerung auch geboten wäre.
  • Auch die dauerhafte Umwidmung von Hauptstraßen in Umweltverbundspuren, die neben dem Kfz-Anlieger-Verkehr nur noch den Rad- und ÖPNV-Verkehr zulassen, hätte für alle Verkehrsteilnehmer*innen große Vorteile. Denn so wird die Leistungsfähigkeit der Hauptstraßen deutlich gesteigert, das Kfz-Aufkommen verringert, und damit vermeintliche Engstellen wie auf der Marktstraße oder der Nöldnerstraße, zu denen oftmals in geringer Entfernung  weitere Hauptstraßen verlaufen, im Sinne einer klima- und gesundheitsgerechten Verkehrsführung, auch für notwendige Kfz-Fahrten nachhaltig behoben

Wenn es also schon keinen Plan A gibt, so sollte in den Berliner Bezirksämtern zumindest die Offenheit und Entschlossenheit für einen Plan B – d.h. für eine beherzte Bezirkspolitik – bestehen.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, laden wir alle Berliner*innen ein, zusammen mit uns
am Donnerstag, den 4. März ab 16 Uhr
(Start: Marktstraße/ Ecke Schreiberhauer Straße, 10317 Berlin)
gegen die Untätigkeit des Lichtenberger wie auch zahlreicher anderer Bezirksämter pandemiekonform zu demonstrieren.

Brückendemo

Gemeinsam mit dem ADFC Lichtenberg und Wuhletal hat das Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg am 25.04.2018 zur Brückendemo aufgerufen. Wir haben damit auf die katastrophalen Zustände auf der Gehrensee- und Marzahner Brücke aufmerksam gemacht. Zahlreiche Teilnehmer quer durch alle Altersklassen sind dem Aufruf gefolgt.

Direkt am Startpunkt hat Hajo Legeler, Sprecher des ADFC Lichtenberg, auf die lange Historie der Probleme an der Gehrenseebrücke aufmerksam gemacht. Gänzlich ohne Radwege müssen Radfahrende hier mit dem fließenden Verkehr „mit schwimmen“ und haben gerade bergauf immer ein drängelndes Auto im Nacken. Oft wird auch ohne den notwendigen Sicherheitsabstand überholt. Über viele Jahre sind der Politik und Verwaltung die Probleme an der Brücke bereits bekannt. Doch selbst schnelle Maßnahmen, wie „Tempo 30“, wurden bisher nicht umgesetzt.

Im Anschluß ging es in einem Fahrradkorso zu den Marzahner Brücken. Hier hat Mattes Groeger vom Netzwerk Fahrradfreundlichen Lichtenberg in einem eindringlichen Appell die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung zum Handeln aufgefordert. Auch auf dieser Brücke gibt es seit Ihrem Bau im Jahr 1977 keine Radverkehrsanlagen. Allerdings kommt hier noch verschärfend hinzu, dass die Straße aus jeweils 3 Richtungsfahrbahnen besteht und der Radweg kurz vor der Brücke ohne jede Markierung in den Fließverkehr gelenkt wird. So lockt man die Menschen nicht auf das Rad!

Auch Evan Vosberg, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Berlin, kritisierte die aktuelle Rot-Rot-Grüne Landesregierung dafür, dass von den vielen Ankündigungen bisher nichts auf der Straße angekommen ist. Und das bereits nach fast 2 Jahren!

Einen ausführlichen Bericht gibt es auch hier auf der Seite des ADFC Berlin.

Aufruf zur Brückendemo

Kommt am 25.04.2018 um 17:00 Uhr zur Kreuzung Gehrenseestraße / Bitterfelder Straße zu unserer Brückendemo welche wir gemeinsam mit dem ADFC Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf durchführen!

Im Stadtgebiet von Berlin werden Verkehrswege über rund 2.100 Brücken geführt. Viel zu oft wurde bei der Planung und Fertigstellung dieser Bauten nicht an Radwege gedacht. Somit stellen viele Berliner Brücken heute für Radfahrer ernst zu nehmende Gefahrenstellen dar. Viele Menschen trauen sich erst gar nicht auf das Rad, da es viel zu gefährlich ist.

Mit unserer Aktion möchten wir auf die unzumutbaren Gefahrenstellen im Bereich der Gehrenseebrücke (Lichtenberg-Hohenschönhausen) und den Marzahner Brücken aufmerksam machen. Wir möchten, dass das Radfahren in der Stadt für alle Generationen attraktiv wird.

Ablauf:
Wir starten um 17 Uhr an der Kreuzung Gehrenseestraße / Bitterfelder Straße und fahren dann gemeinsam in einem Fahrradkorso über die Gehrenseebrücke zu den Marzahner Brücken an der Landsberger Allee.

Bringt Trillerpfeifen und Transparente mit, damit wir lautstark auf die katastrophale Situation für die Radfahrenden auf den Berliner Brücken aufmerksam machen können!

Sagt uns euere Teilnahme gerne über unseren Facebook-Event zu!

Demo für sichere Radwege in Lichtenberg

Klares Signal an Politik und Verwaltung:
Wir brauchen sichere Radwege in der Siegfriedstraße und in ganz Lichtenberg!

Am 15.03.2018 haben sich trotz eisiger Temperaturen ca. 50 Menschen zu unserer Demo in der Siegfriedstraße zusammengefunden. In den Redebeiträgen wurden die konkreten Probleme vor Ort aufgezeigt und klare Forderungen nach geschützten Radwegen an Politik und Verwaltung gerichtet. Es wurde auch auf die besondere Situation der zwei Schulstandorte – die über die Straße verbunden sind – aufmerksam gemacht.

Im Anschluß wurde gemeinsam eine erste temporäre geschützte Radspur (Protected Bike Lane, PBL) ausprobiert. Die mit Pollern vom restlichen Verkehr getrennte Radspur konnte entspannt und sicher zurückgelegt werden.

In einem Fahrradkorso haben wir unsere Forderungen dann der Bezirksverordnetenversammlung überbracht. Durch die gestellten Einwohnerfragen wissen wir nun, dass der Bezirk Radverkehrsanlagen höher priorisiert als den ruhenden Verkehr (Parkplätze). Das sind gute Neuigkeiten für die Radfahrenden in Lichtenberg. Jetzt müssen die Radwege entsprechend gebaut werden!

Der Antrag der Grünen zur schnellen Umsetzung der geschützten Radspur in der Siegfriedstraße wurde (dank Verlängerung der Sitzungszeit!) mehrheitlich in den Ausschuss überwiesen. Bezirksstadtrat Nünthel kündigte für Mai 2018 eine Bürgerversammlung an, auf der die Senatsverwaltung die Pläne den Anwohnern vorstellen wird.

Die Demo hat gezeigt, wie wichtig Bürger*innen-Engagement ist, um positive Veränderungen in unserem Kiez zu bewirken. Vielen Dank an die Stadtteilgruppe des ADFC für die gemeinsame Organisation, sowie an alle Teilnehmer und Unterstützer der Demo. Unser Dank geht auch an die Polizei Berlin für die großartige Absicherung des Fahrradkorso und die Freihaltung der PBL-Teststrecke.