Erster FahrRat mit neuem Stadtrat


Platz für zehn Fahrräder statt für ein Auto (Hagenstraße)
Am Mittwoch, den 26. Februar, fand der erste FahrRat des Jahres 2020 statt. In der gut besuchten Runde waren unter anderem beide Radverkehrsplaner*innen des Bezirks vertreten sowie der neue Stadtrat Martin Schaefer (CDU). In seiner Vorstellung betonte er neben seiner Bereitschaft für den Dialog auch die Notwendigkeit der Verkehrswende. Schaefer stellte aber auch noch einmal klar, dass er dabei kein Verkehrsmittel bevorzugen möchte – sollte er damit das Fahrrad gemeint haben? 

Die Radverkehrsplanerin, Frau Witt, stellte uns den Prozessablauf von der Idee bis zur Umsetzung einer Radverkehrsanlage vor. Der Prozess beinhaltet so viele verschiedene Akteure und Planungsschritte, dass es im Mittel 2,6 Jahre dauert, bis überhaupt Bauarbeiten begonnen werden. Das Netzwerk fordert daher energisch, dass zukünftig auch temporäre Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um akute Gefährdungen auszuschließen. Mittels Baustellenabsicherungen könnte so effektiv Abhilfe geschaffen werden.

Nach anfänglich starken Bedenken des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) möchte sich das Bezirksamt nun mit den Kolleg*innen im Nachbarbezirk Treptow-Köpenick austauschen, um deren Erfahrungen bei der Einrichtung temporärer Radwege (bis zur Umsetzung dauerhafter Lösungen) auch in Lichtenberg nutzen zu können.

Baumaßnahmen dieses Jahr:
– Teils geschützte Radspur auf der B1 / Alt-Friedrichsfelde
– Erneuerte Radwege in der Rhinstr.
– Grünbeschichtungen in der Skandinavischen Str. bis zur Weitlingstr.

Aktuelle Planungen:
– Teils geschützte Radwege in der Scheffelstr.
– Geschützte Radwege in der Siegfriedstr.
– Neue Radwege Alfredstr. – Schottstr. – Rüdigerstr. (Westseite)
– Herzbergstr. mit Haltestellenkaps und hoffentlich Leitboys

Es wurde deutlich, dass wir bei den kommenden FahrRat-Sitzungen das Thema Gerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehm*innen stärker einbringen müssen, das ja auch die Basis des Mobilitätsgesetzes bildet. Denn auch im Lichtenberger FahrRat bestehen deutlich unterschiedliche Auffassungen über die Benachteiligung vieler Verkehrsteilnehmer*innen, die sich z.B. im Flächenbedarf, den Wartezeiten an Ampeln, der Häufigkeit und Sicherheit der Querungsmöglichkeiten von Straßen, Schadstoff- und Lärmemissionen, den Folgekosten oder dem Schwerstverletzungs-/Tötungs-Risiko offenbart.

Leider ist Lichtenberg nicht der einzige Bezirk, in dem diese Aspekte noch nicht wirklich differenziert betrachtet werden, und in dem die autogerechte Stadt nach wie vor Vorrang hat.