Auf Lichtenberger Straßen – Eckhard Gauterin

Eckhard Gauterin auf dem Freiraumwunder (Foto: Privat)
Eckhard Gauterin auf dem Freiraumwunder (Foto: Privat)

Ab sofort stellen wir in jedem Newsletter eine*n Lichtenberger*in vor. Mal ein Mitglied unseres Netzwerks, mal eine*n Nachbar*in, Landes- oder Bezirkspolitiker*in oder Anwohnende. Wesentlich: Wir sprechen über ein lebenswertes Lichtenberg und was es dafür braucht.

Heute im Interview: Eckhard Gauterin. Eckhard (47) forscht seit vielen Jahren im Bereich der  Windenergienutzung. Insofern hat er schon von berufswegen viel Erfahrung mit Strömungswiderständen und Auftriebskräften gesammelt. Als fahrradfahrender Vater engagiert er sich am Berliner Ostkreuz mit dem „Freiraumwunder“ und der „Bürger*innen-Initiative Kaskel-Kiezblocks“ für die Rückeroberung des Straßenraums für Fußgänger*innen und Radfahrende.

• Seit wann fährst Du Fahrrad?

Wenn ich mich recht erinnere, bin ich mit vier Jahren das erste mal Fahrrad gefahren; auf einem feuerroten Kinderrad und von Anfang an ohne Stützräder, aber mit vielen blauen Flecken.
 

• Wo wohnst Du ungefähr? 

Ich wohne seit rund 25 Jahren am Ostkreuz und bin jeden Tag mit dem Rad und zu Fuß unterwegs. 
 

• Was bedeutet das Radfahren für Dich? 

Freiheit und Entspannung ohne Fahrplan und Drängler – am liebsten auf grünen Wegen ohne Autos. 
 

• Welche Verkehrsmittel nutzt Du noch?

„Schusters Rappen“, ab und zu die „Öffentlichen“ und die Bahn, aber immer seltener einen Leihwagen – seit es die fLotte (kostenlose Lastenräder für Berlin) gibt.

• Welche Ziele sind Dir besonders wichtig?

Mit dem Freiraumwunder, der mobilen Sitzbank für den Straßenraum, die Straßen für Menschen ohne Autos zurückzugewinnen.

• Was ist für Dich eine lebenswerte Stadt?

Eine Stadt, in der deutlich mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende ist und in der Autofahrer*innen dies auch mit einem freundlichen Lächeln ertragen können.

• Wann macht die Arbeit besonders Spaß?

Als wir neulich mit dem Freiraumwunder auf der Warschauer Straße unterwegs waren, überholte uns ein Lieferwagen und der Fahrer fragte, ob wir nicht die Fahrzeuge tauschen könnten – Verkehrswende geht also doch, und sie fängt bei jeder*m Einzelnen an!

• Welche Stelle in Lichtenberg ist jetzt definitiv zu gefährlich?

Die Straßen rund ums Ostkreuz. Ich wünsche mir, dass diese z.B. von Kindern sicher und entspannt zu Fuß gekreuzt und mit dem Fahrrad genutzt werden können. Dazu sollten kurzfristig temporäre, geschützte Radwege, sichere Kreuzungen sowie mehr Fuß- und Radüberwege mit langen Ampelphasen eingerichtet werden. Warum nicht auch die Kynastbrücke ausschließlich dem Fuß- und Radverkehr widmen?

• Was würdest Du für Fußgänger*innen gern verbessern?

Es gibt einen tollen Film vom ersten Superblock in Barcelona, der zeigt, dass Autos innerhalb dieser Quartiere tatsächlich nur noch Gäste sind – da wäre ich gerne Gastgeber.

• Welche grundlegenden Veränderungen wünschst Du Dir für Lichtenberg bis 2030? 

Das vermeintliche Motto des familienfreundlichen Bezirks auch mal konsequent und beherzt im Straßenraum umzusetzen.